Ob professioneller Finanzjongleur oder interessierter Laie: Rund um das Finanzwesen und die Kapitalanlagen wird in diesen Wochen immer wieder die Frage gestellt, wer war eigentlich Schuld an dem Desaster der Finanzkrise, die zu einer Wirtschaftskrise wurde?
Am vergangenen Freitag war es soweit. Der DAX rutscht am späten Nachmittag um 100 Punkte ab uns schließt mit knapp 2 Prozent im Minus. Von den DAX-Unternehmen hat es die Deutsche Bank mit Minus 7 Prozent am stärksten getroffen. In den USA sackt die Goldman Aktie mit 13 Prozent in den roten Bereich. Was war geschehen?
Die US-Behörden haben sich die wohl bekannteste amerikanische Bank ausgesucht und Anklage erhoben. Goldman Sachs soll seinen Kunden wissentlich Schrott verkauft haben. Kapitalanlagen, die nicht nur im Rückblick scheitern mussten.
Daran schließen sich neben politischen Fragen vor allem zwei grundsätzliche Fragen zum Umgang mit Kapitalanlagen und dem Finanzwesen an.
Muss sich eine Bank für ein risikoreiches Produkt verantworten? Oder gibt es eine Grenze, die sich nur mit weniger harten Argumenten aus dem Bereicht der Ethik begründen lässt. Und deren Benefit für die Bank nicht kurzfristiger Natur ist und Vertrauen in die Marke heißt?
Für die Unschuld der Banken werden die über Jahre zu niedrigen Zinsen angeführt. Über Jahre hießt es, seien durch die Bundesbank zu niedrige Zinsen vorgegeben worden. Diese hätte die Banken dann gezwungen nach riskanten Kapitalanlagen zu greifen, um den Kundenwunsch nach mehr Rendite zu erfüllen. Finanzprodukten und Kapitalanlagen mit Renditen über 5 und 6 Prozent seien also durchaus möglich aber eben nicht ohne Risiko gewesen.
Jetzt gibt es zwei Positionen: Einerseits kann mit dem Markt argumentiert werden. Wenn die Nachfrage von Seiten der Kapitalanleger da ist, müssen die Banken reagieren und diesen Markt bedienen. Die eher ethisch geprägte andere Seite sagt, dass der Produzent eine Verantwortung für sein Produkt hat. Nun passen Ethik und Marktgebaren oft nicht zusammen. In jedem Fall scheint zum jetzigen Zeitpunkt schon klar, dass ein moralisches Urteil wesentlich leichter fällt, als ein juristisches. Das wird sich auch am amerikanischen Kapitalmarkt zeigen.
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